Henriette Tomasi
Künstlerin

Engagement gegen das Insektensterben . Vogelsterben . Umwelt- und Biotopzerstörung



Morgendliche Vogelstimmen in der Altstadt

16.09.2019

Sonderbare Geräusche überraschten am heutigen Montag durch den geöffneten Schlitz des gekippten Fensters in der Altstadt. Ich traute meinen Ohren kaum. Ich öffnete das Fenster ganz: Ganz klar und deutlich immer wieder das kurze, rauchige "UHU" eines nicht weit entfernten Vogels. Ich war mir nicht sicher und befragte das Internet, und siehe da, die Klänge passten überein. Hat sich dieser Vogel tatsächlich in den nicht weit entfernten Rathausgarten verirrt? Erstaunt und erfreut horchte ich den Klängen hier mitten in der Altstadt!

Hoffentlich findet der Uhu wieder seinen Platz im Wald. Hoffentlich ist seine Flucht in die Nähe der Stadt kein Zeichen dafür, dass sein ursprüngliches Biotop zerstört wurde. Hoffentlich kein Zeichen dafür, dass er nur noch hier ein reichhaltiges Nahrungsangebot findet?


Biotope im Tal

20.05.2019

Leserbrief (nicht gedruckt)


Eine Vision

 

Es liegt mir fern eine Klassengesellschaft zu akzeptieren – doch hier sage ich: Die reichen Kronberger bauen ihre Villen in angehende Naturschutzgebiete, boxen Baugründe durch die Politik, spielen auf Orgeln der Macht und schröpfen an der Freiheit und dem Glück des Einzelnen, der kleinen Frau und dem kleinen Mann. Überdimensionierte Pläne eines Baus eines riesigen Hotels für dieses Dorf und einer Konzerthalle werden gegen alle Widerstände errichtet, riesige ökologische und soziale Wunden der Natur und des Menschseins klaffen: 150 Bäume werden gefällt, Muttererde bis in die Tiefen ausgebaggert, Biotope, Erholungsflächen und der eingewachsene Weitblick ins Grüne aus schönen alten Häusern zerstört. Alte und junge Menschen schauen nun gegen Betonwände, früher schwebte ihr Blick übers und durchs Grün nach Schönberg, zum Park, zum Altkönig hin. Es wird beim kleinen, beim einfachen Kronberger genommen, die Großen, Zugezogenen schröpfen die Schönheit, die letzten idyllischen Winkel, die grünen Lungen, die Frischluftschneisen. Sie zahlen die horrenden Preise für entstehenden Wohnraum. Das weiß jeder, der ein Grundstück hat.

 

So sind auch die visionären Pläne, den Rentbach in die Mitte des Tals zu verlegen – unterm wohlklingenden Mantel der „Renaturierung“ wohl wenig ökologisch und nachhaltig! Eingewachsene letzte Biotope , eine Tiervielfalt – besonders sichtbar im letzten trockenen Sommer in den durch beide Bäche feuchten, fruchtbaren Wiesen: fast sind es Insekten – und Vogelreservate! Nicht ein Naturschützer kam und zählte bisher die Tiere im Tal, nicht ein Naturschützer kam und beobachtete gerade in heißen Sommern diese letzten Rückzugsgebiete für seltene Vögel. Leider! Die Vögel trinken, baden im Bach, suchen im - den ganzen Sommer - feuchten Gras nach Regenwürmern, suchen in den Rinden alter Bäume und Äste nach Insekten, wenn in anderen Gebieten Kronbergs Trockenrisse in den Erden sich ziehen. Eingewachsene, sumpfige Biotope, alte Teiche und Tümpel, mal sogar die letzte Sumpfdotterblume, Molche und Frösche in den Gärten, der in einigen Gärten an manchen Ecken wohlwollend der Natur überlassen wird. Das ist es, wofür Insekten- und Vogelschützer kämpfen sollten. Ein bewußtes Überlassen der Natur von Gartenflächen – Aufklären der Eigentümer und Pächter. Eine Kooperation zwischen Naturschützern und Gartennutzern. Nicht immer ist es sinnvoll, das Alte wieder herzustellen, wenn das „Neue“ - die einstige Teilung des Bachs – etwas „Gelungenes“ ist! Hat es vielleicht nicht nur den Grund, dass manch ein Bauunternehmer / Grundstücksbesitzer näher an den Bachlauf bauen möchte? Früher durfte man bis auf 10 Meter an Bäche heran bauen – heute sind es nur 4 Meter? Liegt der Bach in der Mitte des Tals , könnten die wild umwucherten, sich überlassenen, steilen Hänge und das Bachtal in weiter Zukunft bebaut werden? Könnte nicht dieses geheime Ziel hinter der so sauber klingenden RENATURIERUNG stecken? Ist das die grauselige Zukunft Kronbergs? Die Zerstörung eines weiteren, riesigen eingewachsenen Biotops und die teilweise Enteignung der Gärten vieler kleiner Leute, die teils in der engen Altstadt leben und wenigstens in ihren Gärten, Natur schützen, beobachten und geniessen möchten? Sind dies nicht uralte, gestaltete Gleichgewichte erschaffener Kultur – und Naturräume? War das nicht der Zweck dieser fruchtbaren Flächen, Pflanzen anzubauen, sie zu bewässern, sich einst sogar davon zu ernähren?

 

Wird das nicht heute wieder wichtig? Regionalisierung – was ist damit? Sollte man dieses Ziel, fruchtbaren, feuchten Boden zu erhalten, gerade heute – in einer Zeit, in der jedes letzte eingewachsene Biotop zählt, das Klima immer trockner und heißer wird, mit einer riesigen Baustelle, nun auch dieses Biotop zerstören? Hält die Natur das aus? Kommen die letzten Schmetterlinge wieder, wenn sie ausgestorben? NEIN! Sie bleiben ausgestorben, vertrieben.

 

 

 

Schaut man sich die misslungene Renaturierung des Bachs bei Accenture an und hört nun, dass entlang des Bachs nun noch ein Weg in die Wiesen geschnitten werden soll, so läuft es einem den Rücken herunter. Wir gross wären die Wunden im Rentbachtal? Was alles müsste weichen: Teiche, Tümpel, sumpfige Wiesen, eingewachsene Bäume und Büsche, Wiesen und Beete, Wege und Pfade? Eine gruselige Vision!

Warum fragt niemand? Warum soll hier wieder über die Köpfe der Anlieger entschieden werden? Wie kann man so blöd sein? Mir tut es um all die Tiere leid, die letzten Exemplare ihrer Spezies, die dort ihre Heimat gefunden haben, seltene Vögel und Insekten, die hier jeden Sommer und Winter noch genug Nahrung finden. Wie kann der Mensch nur so zerstörerisch sein? Nicht immer sind Projekte, die bei der EU ihre Zustimmung finden, ökologisch und nachhaltig! Man sollte auch die größeren, mächtigeren Konsequenzen (Bebauung der Hänge) bedenken.

Warum nicht einfach die Wege entlang des Bachs restaurieren? Bei Meran / Südtirol gibt es Waalwege – eine Attraktion. Wanderwege entlang von Bewässerungsgräben der Weinberge. Idyllisch, natürlich, nachhaltig und erholsam, kühl und erfrischend, von Büschen überwuchert. Sie sind alt und eingewachsen, wie die Wege hier. Nur müssen sie instand gehalten werden – ohne Beton, ohne Teer. Dort geht es. Hier auch.

Henriette Tomasi


Ich kaufe krumme Früchte …

13.01.2019

publiziert am 17.01.2019 im Kronberger Boten




Ich kaufe krumme Früchte ...“- dazu bekenne ich mich. Ich esse kleine, knorpelige Äpfel, mache aus schorfigen Birnen Marmelade, schäle die winzigen Quitten und mache Saft daraus.  In meinem Garten wachsen alte Bäume, einer ist sogar umgefallen: ich lasse ihn liegen, denn die Insekten hausen in ihm. Dort ragt ein bemooster, knorriger Ast: ich weiß unterm Moos wimmeln Käfer, Raupen, Schnecken und ein paar Schmetterlinge überwintern darin. Unten zwischen den in Brombeerranken und hohen Gräsern eingewachsenen Wurzeln, verkriecht sich der Igel, huscht vielleicht der Fuchs umher. Was spricht gegen die krummen Verwachsungen der Bäume? Warum fällen, warum begradigen, warum nicht mal die geheimnisvollen Triebe belassen? Bei Obstbäumen kann ich es ja verstehen – aber in einem verwilderten Gebiet, einer Gehölzinsel, die dem Unterschlupf der Tiere dient?Warum bewahrt man nicht die Biotope?

Überall werden die letzten Reservate zerstört: riesige Baugebiete löschen Fauna und Flora aus. Tiere werden ihrer Heimat beraubt, wertvolle Pflanzen ausgerottet – auch in unserem kleinen Ort, ganz genau hier – vor unserer Haustür. 

Ich wandere immer durch die Natur, beobachte und fotografiere besondere Orte, Stimmungen, geheimnisumwitterte Landschaften, die sich im Morgennebel aus dem Licht herausschälen. Die Bäume laden leider zum Klettern ein: gerade die krummen, die verwunschenen, die die wie eine Höhle umschließen. Aber war das nicht schon immer so? Kletterte nicht auch ich in die Höhen manch eines Baums in Garten, Park und Wald? Kann man das verhindern? Kann nicht überall etwas passieren? Muss deswegen ein Biotop zerstört werden – oder sollte heutzutage nicht aus Naturschutzgründen ein rechtlich anderer Weg begangen werden? Muss ich einen Sumpf trocken legen, weil jemand darin versinken könnte? Muß ich einen verwachsenen Baum fällen, der weit über 100 Jahre wuchs, weil ein Kind hinunterfallen könnte?  Hat nur der Mensch das Recht, zu leben? Muß er um jeden Preis – vor seiner eigenen Dummheit – geschützt werden?  Warum nicht auch die Natur auf eine höhere Stufe des Schutzes stellen? Warum nicht Schilder stellen, die eine Gehölzinsel als Naturschutzgebiet ausweist und Kindern verbietet, auf dem Baum zu klettern – und Eltern darauf hinweist, dass sie für ihre Kinder haften. 

Ich finde, man kann es sich heute nicht mehr leisten, Vögeln, Insekten und Tieren ihre Biotope zu nehmen – und in Besonderem nicht die, die ihnen als solche eigentlich dienen sollten: die winzigen, oft von Naturschützern erkämpften Ausgleichsflächen für die offenen Wunden der begangenen Bausünden!


Poetischer Leserbrief ...

11.01.2019

Tot und traurig liegen die Reste dieses wilden, bemoosten Baumes auf der großen Wildwiese im Park. Wieder mal zerstörte der Mensch schnell und laut mit Motorsägen den Unterschlupf für Insekten, Spinnen und Vögel. Gerade noch fotografiert und nun fragt man sich, warum der Mensch nicht behutsamer mit seiner zerstörerischen Macht gegenüber Fauna und Flora umgehen kann und warum er nicht ein Leben führen kann, dass das Schützen der Natur - als wichtigen Wert – bewahrt.


Die wilden Triebe


Die wilden Triebe abgeschnitten

abgeholzt

vom wirrenden Spiel

am Stamm


die Töne sie sandten

die Düfte sie sprühten

die Farben sie entlockten

Freiheit und Überlebenswillen


Nun tot am Boden

zerstückelt

mit welkem Laub

nachtrauernd der Vergangenheit


Auf sanfteren Pfaden ...

08.10.2018

So kompliziert das Leben auch zu sein scheint, so einfach kann manch eine Lösung sein. Das Leben, ein vielschichtiges Gebilde aus Innen- und Außenleben, aus Realität und Traum. Manch ein Mensch mag sagen, er halte sich stets an die Realität, ein anderer mag sagen, er lebe seine Träume. 

Doch vermischen sich nicht stets diese beiden Ebenen? Stößt die Realität nicht immer an die Grenzen des Traums? Ist der Wunsch nicht schon ein Traum? Bedeutet es nicht, ein Ziel zu setzen, einem Traum zu folgen, einen Plan zu fassen, einen Wunsch zu formulieren?

Wenn das Leben so kompliziert – ist dann die Lösung nicht oft der einfachste Weg, der der Realität die Grenzen nimmt und einfachste Wege – per Luftlinie – durch die Phantasie schlägt, eine Abkürzung nimmt, die Kraft des blitzschnellen Denkens, des Gedankenblitzes nutzt, Bilder kombiniert, den Traum spielen lässt, um aus tausenden Variationen ganz schnell, die eine richtige Lösung zu finden?

Ist der Weg durch die Träume, durch die Wünsche, die Phantasie nicht auch der Weg, den das Gefühl leitet? Hilft das Gefühl nicht bei der Einordnung der Variationen?

Entscheidet sich nicht, selbst beim realistischsten Menschen – manch eine Fragestellung – nur über das Gefühl? Formt das Gefühl nicht die Konturen, die innewohnende Energie, die Ausgestaltung der Lösung, der Idee?

Warum wehren sich so viele Menschen dagegen, auf ihr tief innewohnendes Gefühl zu hören?

Vielleicht gäbe es sonst behutsamere, sanftere Wege, mehr Nachhaltigkeit und weniger Umweltzerstörung. Denn das Gefühl warnt frühzeitig – nur die wenigsten hören es.


Auf der Suche nach dem Ursprung der Phantasie ...

08.10.2018

 

Tief in dir die Sehnsucht, nur einmal den Urwald zu sehen, dich wie Tarzan von Liane zu Liane zu schwingen, den unendlich reichen Klang fremder dich durchdringender Vogelstimmen zu hören – unbekannte Laute, die alle Sinne in Bewegung setzen.
Sehnsucht danach, nach diesen bunten Vogelarten mit langen schmuckvollen Federn, Ausschau zu halten, das Fernglas zu schnappen, um diese kleinen Wunder der Schönheit zu beobachten.

 

 

Die eigenen Eindrücke der einheimischen Vogelwelt um Eindrücke einer urwüchsigen, farbenprächtigen Welt zu ergänzen, im Bewusstsein zu sein, dass es noch ursprünglichere Orte gibt, an denen noch eine unglaublich artenreiche Fauna existiert. Ein Traum?
Was ist nun?

 

Auf der Suche nach dem Blick auf phantasievolle Vogelarten funkt die Umweltzerstörung dazwischen: Du fragst dich, ob eine Reise in ferne Länder mit dem Flugzeug – nur für einige Tage - dem Klima, der Fauna, der Flora noch zumutbar ist? Ob die Vögel, Tiere, Pflanzen an den letzten unberührten Orten nicht besser in Ruhe gelassen werden sollten, damit sie möglichst lange vorm Aussterben bewahrt.

So kaufst du dir ein Buch über de Urwald und beschließt, einfach hier vor der Haustüre mit dem Fernglas in den Wald zu gehen, in Stille die einheimischen Vögel zu beobachten und dabei so leis zu sein, dass du niemanden störst. Du gehst zu Fuß, lässt das Auto stehen und findest auf einer Wildwiese noch Schmetterlinge und hörst am Abend den Kauz.

 

So lässt du diesen Kindheitswunsch ziehen und wünschst dir, dass noch mehr Menschen, diesen Entschluss fassen. Vielleicht sollte man statt dessen einfach ein farbenprächtiges Bild malen, ein phantasievolles Gedicht schreiben oder in die Oper gehen ...
Auch dort werden Träume wahr.

 


Natur - Reste vergangener Kultur darin

Ist es nicht eine Form des zeitgenössischen Luxus, Ruinen wachsen zu sehen – Ruinen aus alten Tagen? Ist es nicht Luxus, den man sich leisten sollte, den man der Natur zugestehen sollte?

Ist es nicht schön, mal die Beine hochzulegen und der Zeit beim Vergehen zuzusehen, ihre Wunden, die verwachsen, ihre Zeichen, ihre Spuren zu beobachten? Ist es nicht interessant, diesem rückwärts gerichteten Prozess, der gleichzeitig auch ein vorwärtsgerichteter ist, da er den Weg in ein Biotop, eine Idylle darstellt, beizuwohnen?

Ruinen leben rückwärts ...“ heißt es in einem Gedicht von Beate Rista. Es lässt die Prozesse greifbar werden.

Aus künstlerischer Sicht sind diese Orte Quellen. Quellen der Phantasie, aus denen Kunst wächst. Dort findet man natürliche Prozesse des Werdens und Vergehens. Dort findet man die Kontraste zwischen Natur und den überwucherten Resten menschlichen Eingreifens. Reste vergangener Kultur, Reste verödeter Industrie, Technisierung. Wunden, die der Mensch einst geschlagen hat, holt die Natur wieder zurück. Warum empfinden manche Menschen diese Idyllen als Störenfriede? 

Ist es nicht bewundernswert, dass Tiere, Schmetterlinge, seltene Vögel, Fledermäuse, Mauersegler und sogar manch ein Greifvogel in die alten Gemäuer, ihre Nischen und Fugen wieder einziehen? Sind diese letzten Reste vergehender Architektur nicht wichtige Biotope? Warum nur ist der Mensch so geldgierig, so ordnungsfanatisch, so strukturierend, dass er diese verwunschenen Orte in Baugebiete verwandeln muß? Könnte sich eine Stadt, ein Dorf, nicht den Luxus gönnen, Oasen zu belassen, um darin zu wandeln und der Natur das Recht zu gewähren, zu sein?


 

Brennnesseln -  es ist Zeit für ein Schmetterlingsbiotop … ?

ein poetisches Bild, das aus dem Urlaub stammen könnte:

zwischen Ruinen eine Brennnessel-Wiese umrankt von wilden Brombeeren, durchwirkt von schwarzem Holunder und Weidenästen, alten Apfelbäumen, das Efeu mit seinen Blüten am schattigen Boden rankend, die faulen Äpfel und Mirabellen zwischen den Gräsern gärend … darin die flatternden Schmetterlinge?

Doch was ist die Realität?

Unkräuter! Wilde Ranken! Igitt! Das ganze Zeugs wird restlos ausgerupft, gemäht, abgeholzt und landet im großen Kompostbeutel und wandert auf den Wertstoffhof. Vor allem die Brennnessel, die so unangenehm brennt, wenn man sie berührt, die keine schöne Blüte hat, die sich so wuchernd ausbreitet, die Ecken und Ränder der Gärten besetzt. Danach natürlich auch all die wilden Brombeerranken, Efeuranken, Disteln, wilder Fenchel und wilde Möhre, Sauerampfer und Klee, Wiesenschaumkraut, Blutweiderich und Äste wildernder Weiden, des Weißdorns und Holunders – all das kommt in die Tüte.

Jedes Jahr das gleiche – alles weg, damit wieder Ordnung im Garten herrscht. Damit niemand sagt „Hier sieht's aber aus – alles verwildert!“ . Doch fragt sich jeder: „Wo sind nur die Schmetterlinge hin?“ Die Antwort liegt in dieser Tüte!

Unter anderem sind gerade diese Pflanzen die Raupenfutterpflanzen und Futterpflanzen der Schmetterlinge. Die Brennnessel ist Futterpflanze für Raupen von mindestens 25 Schmetterlingsarten und auch Futterpflanze vom Admiral, dem Tagpfauenauge,  dem kleinen Fuchs und dem Landkärtchen. Das heißt viele Schmetterlinge legen u.a. in diesen Pflanzen ihre Eier ab, die Raupen ernähren sich einzig von dieser Pflanze, während sie die Metamorphose durchschreiten. Die Raupen verpuppen sich dann in den Blättern der Brennnessel, rollen sich in die Blätter ein. Einige Schmetterlinge fressen nur Brennnesseln, sind von ihnen abhängig, andere bevorzugen auch andere Pflanzen.

Sollte nicht jeder wieder die Brennnessel im Garten kultivieren?

Kann man das Efeu nicht ranken lassen, all den Ranken der wilden Brombeere ein wenig Platz lassen? Es gibt so viele Möglichkeiten etwas zu tun, um den Schmetterlingen noch ein Stück Natur zu lassen! Warum nicht heute damit beginnen?


zum Insektensterben II

von Henriette Tomasi, Künstlerin

Was kann jeder tun?

  1. 1. einen Komposthaufen anlegen

    jedes Jahr im Herbst stehen im Wertstoffhof die Autos Schlange. Fast alle Bürger bringen Ihr Laub und Geäste, Rinden aus dem Garten zu dem riesigen Container, schütten es hinein und geben es damit in eine Kompostieranlage – fern des eigenen Gartens, fern des ehemaligen Biotops an dem es wuchs. Damit all die Raupen im Laub, im Holz, all die Insekten, die sich darin versteckten, für den Winter einigelten. Dort wird es zerkleinert, zermalmt, zusammengepresst… . Was soll dort noch überleben? Ein grausamer Tod. Und niemand sieht es. Sie schreien zu leis! Weiß überhaupt noch jemand, wie es im Komposthaufen wimmelt? Wieviele nützliche Insekten dort leben, überwintern?

    2. Keinen Laubbläser, keinen Hächsler benutzen, sondern das Laub zusammenrechen, und im Garten verrotten lassen. Der Hächsler zerstört und killt die Insekten.

    3. Unter  Hecken, in Ecken das Laub liegen lassen. Es enstehen Biotope.

    4. Unkraut zwischen den Fugen des Pflasters mit der Hand rausziehen oder wachsen lassen. Unkrautvernichter zerstört Biotope und tötet Raupen, Würmer und Insekten.

    5. Hecken mit Unterholz pflanzen, Wildwiese anlegen statt Pflaster und kurz geschorenen Rasenfläche

    6. Bioprodukte oder regionale Produkte von Kleinbauern essen, Monokulturen zerstören die Insektenvielfalt, das Überleben der Insekten. Monokulturen und Massenproduktion eliminieren Heckenflächen, Feldränder, Blühstreifen, Bienen- und Insektenweiden … .

    7. Auf Spiesser nichts geben! Die eigene Position gegen Ordnungsfanatiker verteidigen. Aufs Insektensterben aufmerksam machen und sich empören!

    8. selbst wer nur einen Balkon hat, kann etwas tun. Im Frühjahr Samenmischungen einheimischer Blühpflanzen ( Hummelweiden Bienenweiden.. ) säen, die dann im Sommer rege besucht werden können.

wo sind nur die Schmetterlinge hin? 

80 % der Insekten sind am Aussterben! Die Vögel folgen.


von Henriette Tomasi, Künstlerin 

Eine erschreckende Zahl. Als nächstes sind die Vögel dran. Viele ernähren sich von Insekten. Und auch dort sind schon viele Arten minimiert. Insekten bestäuben Obstbäume und Blühpflanzen.   

Was kann jeder tun? 

 1. An Aktionen teilnehmen  die sich gegen Glyphosat engagieren, z.B. über Campact oder den BUND.  

2. Wildblumen  säen:  Insektenweiden, Bienenweiden, Schmetterlingsweiden, Hummelweiden …

3. Insektenhotels in den Garten stellen

4. Laub-, Reisighaufen als Überwinterungshilfe im Winter liegen lassen (bis April)  danach auf Kompost und dabei auf Igel achten!  
   

5. Auf Unkrautvernichter, Insektizide komplett verzichten! 

6. Für Vögel Nistkästen hängen (z.B. bestellen beim BUND- shop)  
   7. an Wasserstellen für Vögel regelmäßig Wasser tauschen!

8. Fütterung im Winter variieren: 

Andere Futtersorten als Ergänzung beim BUND bestellen

Wer im Sommer füttern will, könnte auf Mehlwürmer in Erdnussbutter oder Insekten umstellen.  Sonst füttert (manch blöde) Meise mit Kernen, Junge gehen ein.   

9. Alte Handys über die NABU recyceln lassen!

Pro Handy erhält die Nabu 1,60 € für die Renaturierung eines Kranichbrutgebiets.   Man kann sich da auch engagieren und Handys seiner Freunde, Bekannten sammeln und eine ganze Box hinschicken, googeln: alte Handys fuer die Havel  

10. Wilde Bereiche im Garten mit Büschen und Brennnesseln, Wildwiesen stehen lassen.

(Brutgebiete für Schmetterlinge)

11. Rasen nicht mähen, wenn Klee, Wiesenschaumkraut oder andere Wiesenblumen blühen. 

12. Nicht zu vergessen!!! Kindern, Jugendlichen Bücher schenken, die sich mit Umweltschutz und Artenschutz beschäftigen! Listen gibt es zu wenige - aber vielleicht entsteht ja mehr.

13. Tümpel als Biotope anlegen

14. Stadtbibliotheken anregen, den Bereich der Jugend-, Kinder- und Erwachsenenliteratur über Umweltschutz, Klimaschutz und Artenschutz zu erweitern. Bücher spenden.

In den Lüften die Vögel ...

Im Wald, im Feld die Morgensonne, der Raum zwischen den Stämmen erfüllt von zartem, morgendlichem Dunst und Vogelgezwitscher. In den Kronen sitzen sie, die Vögel, fliegen von einem Ast zum andern. Der moosige Boden atmet, im Laub und Gras das nach Nahrung suchende Federvolk, ganz ohne Angst. Ganz selten mal eine seidige Feder, die in so unendlicher Zeit zu Boden schwebt – gleich wie der Klang des Morgenlieds. Ein poetisches Bild.

Doch die Wälder, Wiesen, Streuobstwiesen, Städte und Dörfer werden stiller. Der Gesang der Vögel verebbt.

Zeit im Frühling etwas zu tun!

Gerade in der Stadt, im Dorf gibt es immer weniger Brutplätze für Vögel. Morsche Bäume mit Höhlen werden gefällt, Buschwerke abgeholzt, alte, verfallene Gebäude werden restauriert, hohle Dachüberstände geschlossen. Morsches Mauerwerk verputzt. Alte, hölzerne, teils offene Garagen durch betonierte oder Alu-carports ersetzt. Vogelnester sind unerwünscht, denn die Vögel machen Dreck in der cleanen, heutigen Welt. Vögel, Insekten und Fledermäuse sind die Leidtragenden. So ist es oft nötig, Alternativen zu bieten: Nistkästen und Bruthilfen für Vögel.



Und eines ist weiterhin wichtig: das Laub nochimmer liegen lassen. Oder einfach zu einem Komposthaufen formen, der übers Jahr verrottet. Vögel und Insekten danken es. Nur das Laub nun zum Wertstoffhof zu bringen, ist der falscheste Weg. Das kleine Biotop im Garten, Hof wird zerstört.



Hier noch ein Entwurf zu einem Kunstwettbewerb

Das Konzept liegt dem BUND Kronberg vor. 

KUNSTWETTBEWERB GRÜNER WEG

für Fotografie, Malerei, Zeichnung, Film


Der Wettbewerb „Grüner Weg“ dient dazu, Licht auf den, für viele „verborgenen“  Ort zu werfen und,  selbst wenn dieses Gebiet in seiner jetzigen Eigenart zerstört würde, seine dann ehemalige Schönheit für die Ewigkeit einzufangen und ihm schon heute die Vision seiner Zukunft entgegenzusetzen.

Der Wettbewerb dient in jedem Fall der möglichen, aktiven, transparenten und toleranten künstlerischen Auseinandersetzung mit einem aktuellen Thema, das viele zutiefst bewegt – in welcher Richtung auch immer.

Initiative

Das Kunstforum Kronberg (zur Zeit ruhend) schreibt auf Initiative der Bildenden Künstlerin Henriette Tomasi anlässlich der lebhaften Diskussionen und Planungen der Bebauung und damit verbundenen etwaigen Zerstörung des - im wahrsten Sinne des Wortes - „grünen“ Weges, einen Wettbewerb für Fotografie, Malerei, Zeichnung und Film aus.

Ziel

Ziel des Wettbewerbs ist es, den Bereich „Grüner Weg“ in den Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens zu stellen und so von gegensätzlichen Polen aus, zu beleuchten. Das momentane Reiteridyll für Kinder und die Oase der Natur soll hier u. a. ebenso zur Auseinandersetzung einladen, wie die Vision der Zukunft.

Blickrichtungen heute – gestern - morgen


  1. Durch oben genannte Medien kann einerseits das heutige Stimmungsbild, die Besonderheit, die Eigenart und Einzigartigkeit und der momentane Wert des Bereichs „Grüner Weg“ für die Stadt Kronberg, ihre Bewohner und Umwelt dargestellt werden.
  2. Ergänzend dazu sind ebenfalls Werke aus der näheren und weiteren Vergangenheit gefragt, Motive aus diesem Bereich von Kronberger Malern - beispielsweise zu Zeiten der Kronberger Malerkolonie, oder Fotografien aus früheren Zeiten. (Diese Werke müssen unter Angabe des ursprünglichen Autors / Malers eingereicht werden)
  3. Auf der anderen Seite sind künstlerische Visionen des etwaigen, zukünftigen Zustands des Bereichs „Grüner Weg“, seines materiellen und visionären Werts, seiner Bebauung und damit verbundenen Veränderung als künstlerisches Werk gefordert.

 

Jedes Werk sollte seinen örtlichen Bezug erkennen lassen.  

Jurierung

Alle eingereichten Werke werden juriert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Jurierung erfolgt anonym. D.h. die eingereichten Arbeiten sollten nicht signiert sein. Die Jury wählt aus allen eingereichten Fotografien, die zur Internetpräsentation zugelassenen Teilnehmer aus. Alle Wettbewerbsteilnehmer werden nach der Jurierung schriftlich benachrichtigt. Für eine etwaige LIVE – Ausstellung behält sich die Jury vor, nochmals – eventl. die Originale -  zu jurieren.

Die Jury kann Arbeiten, die sie für besonders aussagekräftig hält, mit Förderpreisen in Form einer Urkunde auszeichnen.

Die Zusammensetzung der Jury und der Termin der Jurierung wird noch bekannt gegeben.

Publikation im Internet

Die besten, aussagekräftigsten und interessantesten Werke werden auf einer Internetseite präsentiert. Langfristig könnte wiederrum aus einer jurierten Auswahl dieser Werke im Internet ein kleines Buch publiziert werden. Die Planung einer Ausstellung könnte - je nach Teilnehmerzahl - ebenfalls möglich werden.

Teilnahme

Teilnahmeberechtigt sind Kunstschaffende, Künstler, Fotografen, Interessierte, Schüler, Eltern, Auszubildende aller Jahrgänge, Schulklassen und Personen, die wohnhaft in Kronberg sind oder einen besonderen Bezug zu Kronberg haben.  Gruppenarbeiten sind zugelassen.

Eingereicht werden dürfen pro Teilnehmer 3 Arbeiten, bei denen 1 Arbeit aus maximal 3 Teilen bestehen kann. Maximal können somit 5 Fotos eingereicht werden.

WICHTIG: Zur Jurierung sind Fotografien der Originale bzw. digitale Fotografien auf CD oder per Email der Originale oder Filme auf DVD einzureichen. Bitte reichen Sie keine Originale ein.


Abgabeschluß / Einsendeschluß

Termin zur Abgabe zur 1. Vorjurierung: ?

Abgabeschluss zu einer 2. Jurierung wird noch bekannt gegeben.   

Termin der Rückgabe der ausjurierten Arbeiten

Der / Die Teilnehmer holen die Fotografien / CDs bei Ausjurierung selbst ab.

Versicherung

Die Wettbewerbsarbeiten sind nicht über den Veranstalter versichert.

Publikationen

Der Veranstalter und Initiator ist berechtigt, die von der Jury ausgewählten Fotografien  kostenfrei in Publikationen, im Internet, in der Presse und anderen Medien im Rahmen des Wettbewerbs unter der Angabe des Namens (falls gewünscht) des Künstlers abzubilden. Durch die Abgabe der Wettbewerbsarbeiten erklärt sich der Teilnehmer mit den o.g. Bedingungen einverstanden.

Das Kunstforum Kronberg und dieser Wettbewerb ist ein nicht kommerzielles Kunstprojekt der freischaffenden Künstlerin Henriette Tomasi aus Kronberg.

Unterlagen per e-Mail oder Post bitte anfordern unter:

Ansprechpartner: Henriette Tomasi

mail@henriette-tomasi.de